DB-Baulogistik: Ganzheitlicher LOGSOL-Ansatz stellt die Weichen neu
Bald rollen Baumaschinen über die Fern- und Güterbahnstrecke München – Rosenheim und den Korridor Rosenheim – Freilassing/Salzburg. Die stark frequentierten Hauptstrecken in Bayern werden im Rahmen der Generalsanierung Hochleistungsnetz (GSH) der Deutschen Bahn (DB) in einem Zug erneuert und modernisiert. Für beide Lose hat die ARGE PeLOGBau, die LOGSOL mit dem Planungsbüro Baumert und Peschos bildet, die Baulogistikplanung bei dem DB-Leuchtturmprojekt gewonnen. Der ganzheitliche Ansatz von LOGSOL stellt die Weichen komplett neu: „Wir denken Abläufe durchgängig, indem wir Erfahrung aus Baustellenprojekten mit unserem Logistik-Know-how verbinden“, unterstreicht Mario Henneberger, Leiter der Business Unit Infrastruktur bei LOGSOL.

Umfangreiches Projekt muss ohne Blaupause gelingen
Auf dem Weg zum Hochleistungsnetz hat die DB seit dem Ende 2024 fertiggestellten Riedbahn-Pilotprojekt erst wenig Erfahrung gesammelt. „Es gibt keine Blaupause. Wir entwickeln gemeinsam Lösungen, die noch nicht erprobt sind“, sagt Henneberger. Bei dem enormen Umfang bedeutet das eine große Herausforderung: Das Sanierungsprojekt umfasst nicht nur Gleise, Weichen und Oberleitungen, sondern auch Brücken, Bauwerke zur Materialverladung oder Lastabführung sowie Lärmschutzwände. Im Team „DB GSH Baulogistik“ ermitteln sieben LOGSOL-Spezialisten den Bedarf an Material, Personal und Maschinen, planen außerdem Transportwege sowie geeignete Flächen für Baustelleneinrichtung und Materiallager.
Schlüssel zum Erfolg ist der Bauablaufplan, für den das Experten-Team geeignete Baustelleneinrichtungsflächen (BE-Flächen) finden muss, um Material zu lagern, anzuliefern und abzutransportieren. Weil sich die Baustellen für beide DB-GSH-Lose zusammen über fast 150 Kilometer erstrecken, werden zahlreiche BE-Flächen benötigt. Die Logistikplaner müssen bis ins kleinste Detail gehen, wie Henneberger erklärt: „Wir bewerten die Materialflüsse und prüfen, wie viele LKW pro Tag nötig sind, wie breit die Zufahrtsstraßen sein müssen. Bei großen Kippern berücksichtigen wir die Höhe von Bahnunterführungen.“

Nullablaufplan wird iterativ fortgeschrieben
In einem sogenannten Nullablaufplan koordiniert LOGSOL bis zu zehn beteiligte Gewerke, klärt Abhängigkeiten, strukturiert und verschafft frühzeitig einen Überblick über einzelne Schritte sowie den jeweiligen Zeitrahmen. „Beim Stakeholder-Management bringen wir alle Beteiligten an einen Tisch“, sagt Henneberger. LOGSOL stellt die Weichen, damit das Bauprojekt später in der Realisierungsphase reibungslos und effizient vorankommt. Die fünfmonatige Totalsperrung der Strecke München – Freilassing im ersten Halbjahr 2027 treibt das Team zu Höchstleistungen. Dann muss so viel getauscht und erneuert werden wie möglich. Gleise, Weichen, Fahrdraht, Lärmschutzwände, Schwellen, Schotter, elektronische Stellwerke, Kabelanlagen. Zu berücksichtigen ist, dass Betriebe mit eigenem Gleisanschluss weiter beliefert werden müssen. LOGSOL prüft sämtliche Parameter durch präventive Simulationen und Variantenbetrachtungen. „Wenn ich feststelle, dass mein Nullablaufplan nicht funktioniert, weil Maßnahmen zeitlich nicht passen, muss ich den Bauablauf iterativ fortschreiben und entsprechend anpassen“, erklärt Henneberger die Vorgehensweise.
Nachdem LOGSOL die Baulogistikplanung für die Strecke Rosenheim – Salzburg bereits abgeschlossen hat, erarbeitet das Team derzeit eine maßgeschneiderte Lösung für den Abschnitt München – Rosenheim.
