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Supportkomplex_Krankenhauslogistik

Effizientere Kliniken durch gebündelte Logistik – der Supportkomplex als strategischer Baustein

Wenn über die Zukunft von Krankenhäusern diskutiert wird, stehen oft medizinische Innovationen, Digitalisierung oder neue Behandlungsmethoden im Mittelpunkt. Ein wichtiger Faktor für die Leistungsfähigkeit von Kliniken wird jedoch häufig unterschätzt: die Logistik.

Dabei entscheidet sie maßgeblich darüber, ob Pflegekräfte und Ärzte effizient arbeiten können. Durch den zunehmenden Fachkräftemangel könnten je nach Kalkulationsszenario bis 2049 bis zu 690.000 Pflegefachkräfte fehlen. Daher ist es essenziell, vorhandene personelle Ressourcen stärker für patientennahe Tätigkeiten zu nutzen. Laut dem Deutschen Krankenhausinstitut e.V. entfallen bis zu 130 Minuten der täglichen Arbeitszeit von Pflegekräften auf patientenferne Aufgaben wie Dokumentation, Logistik oder Reinigung.

Gerade weil organisatorische Strukturen im Krankenhausbetrieb über Jahre gewachsen sind, bedürfen sie einer intensiven Prüfung. Logistische Funktionen befinden sich an unterschiedlichen Orten auf dem Campus, Lagerflächen verteilen sich über mehrere Gebäude und Waren werden an verschiedenen Stellen angeliefert. Das Zwischenlagern von Materialien auf Fluren oder Durchgängen erschwert Abläufe und birgt Sicherheitsrisiken. Unterschiedliche Lagerstrukturen, parallele Abläufe und Überbestände erhöhen die Komplexität. Der Fachkräftemangel verschärft dies noch: Pflegekräfte oder medizinisches Fachpersonal übernehmen regelmäßig logistische Aufgaben, wie das Beschaffen von Materialien oder interne Transporte. Dadurch reduziert sich die Zeit für die medizinische Versorgung. Logistik wird somit zu einem direkten Einflussfaktor auf die Qualität der Patientenversorgung.

Um dieser Herausforderung ganzheitlich zu begegnen, bündeln die Freyler Unternehmensgruppe und die LOGSOL GmbH ihre Kompetenzen in einer strategischen Kooperation. Gemeinsam werden integrierte Lösungen entwickelt, die Logistikplanung und bauliche Umsetzung im Klinikbereich vereinen.

Krankenhauslogistik neu gedacht

Ein Lösungsansatz, der immer relevanter wird, ist der Supportkomplex. Die Grundidee besteht darin, medizinische, infrastrukturelle und logistische Funktionen, die unterstützenden Bereiche, räumlich und organisatorisch zu bündeln und dadurch den Klinikbetrieb effizienter zu gestalten. Statt zahlreicher einzelner Versorgungseinheiten innerhalb der Klinik, entsteht ein zentraler Standort, in dem verschiedene Aufgabenbereiche zusammengeführt und als integriertes System organisiert werden. Materialflüsse können klar strukturiert, Prozesse standardisiert und Ressourcen effizienter eingesetzt werden. Lagerbestände lassen sich zentral verwalten und Transportaufwände reduzieren.

Niklas Hofmann, Experte für Krankenhauslogistik bei der LOGSOL GmbH erklärt: „Moderne Logistikprozesse, angeregt aus Best Practices der Industrie, lassen sich auch im Klinikbetrieb einfach umsetzen. Das Verständnis für eine übergreifende Betrachtung aller Versorgungsfunktionen ist der entscheidende Erfolgsfaktor dafür.“

Die Bündelung logistischer Prozesse schafft zugleich die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Einsatz moderner Technologien. Automatisierte Lagersysteme, digitale Materialflusssteuerung oder autonome Transportlösungen können vor allem dort effizient genutzt werden, wo ausreichend große Prozessmengen zusammengeführt werden. Solche Systeme beschleunigen Abläufe, erhöhen die Versorgungssicherheit, reduzieren den Platzbedarf und senken den Personalaufwand.

Wirtschaftliche und bauliche Vorteile einer zentralisierten Logistikinfrastruktur

Neben organisatorischen Verbesserungen ergeben sich auch erhebliche bauliche Vorteile. Da viele logistische Funktionen keine hochspezialisierte medizinische Infrastruktur benötigen, kann der Supportkomplex häufig als klassischer Industriebau realisiert werden. Standardisierte Gebäudestrukturen ermöglichen eine schnellere Planung, einen höheren Grad der Vorfertigungen sowie geringere Bauzeiten und -kosten. Gleichzeitig lassen sich technologische und energetische Optimierungen relativ unkompliziert realisieren.

Holger Hemsing, Geschäftsführer von FREYLER Industriebau, betont: „Mit einem auf die individuellen logistischen Anforderungen abgestimmten und energetisch optimierten Industriebau lassen sich die Bau- und Betriebskosten um mehr als 20 Prozent senken. Zur Anwendung kommen vereinfachte Antragsverfahren, geringere Restriktionen und ein höherer Grad der Vorfertigung. Wenn dann auch noch Planungs- und Umsetzungsleistungen, Stahlbau, Metallbau und Spezialisten für Technische Gebäudeausrüstung aus einer Hand kommen, können wir Schnittstellen minimieren und unseren Kunden ein hohes Maß an Kosten-, Termin- und Qualitätssicherheit bieten und es entstehen durchgängige und wirtschaftlich tragfähige Lösungen.“

Der Supportkomplex als Bestandteil der strukturellen Transformation von Krankenhäusern

Zu Beginn steht eine Potenzialanalyse, bei der alle relevanten Material- und Transportströme untersucht werden. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis der bestehenden Strukturen zu gewinnen und gleichzeitig die langfristigen strategischen Entwicklungen der Gesundheitseinrichtungen zu berücksichtigen. Auf Basis dieser Analyse wird eine Konzeptstudie entwickelt, die mögliche Varianten eines Supportkomplexes betrachtet. Dabei werden Flächenbedarfe, Lagertechnik, Prozessdesign, Transportkonzepte sowie bauliche Rahmenbedingungen betrachtet.

Ziel ist eine integrale Planung, bei der zunächst die optimalen Prozesse definiert und anschließend in ein architektonisches Gesamtkonzept übersetzt werden. Neben funktionalen Aspekten fließen auch Baukosten, Terminrahmen, Risiken und Wirtschaftlichkeit in die Bewertung ein. Die Einführung eines Supportkomplexes ist weit mehr als ein reines Bauprojekt. Es handelt sich um eine organisatorische Transformation, bei der verschiedene Fachbereiche gemeinsam neue Prozesse entwickeln, Verantwortlichkeiten definieren und bestehende Routinen hinterfragen. Medizinisches Personal, Pflege, Technik, Verwaltung und Logistik arbeiten dabei an einem gemeinsamen Ziel.

So wird der Supportkomplex zum Teil einer umfassenden Transformationsstrategie. Er verbindet bauliche, organisatorische und technologische Maßnahmen zu einem integrierten Gesamtsystem. Wenn Planung, Architektur, Logistik und Betrieb frühzeitig zusammenarbeiten, entstehen Lösungen, die sowohl funktional überzeugen als auch wirtschaftlich tragfähig sind. Für viele Krankenhäuser kann ein Supportkomplex damit zu einem entscheidenden Baustein bei der Modernisierung ihrer Infrastruktur und der langfristigen Sicherung einer leistungsfähigeren Gesundheitsversorgung werden.

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